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Der Umbau

   

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Umbau

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Der lange, aber erfolgreiche Weg zum Boot für den Rest meines Lebens

(een voormalig olieboot bouwjaar 1957, een varend monument met thuishaven Harlingen)

 

Ich hatte mich entschieden, im Hinblick auf meine Pension ein grösseres Boot zu kaufen oder bauen zu lassen. Das Ziel war: Länge 15 m, Breite 4 m. Ich sah grundsätzlich zwei Möglichkeiten:

Entweder einem verkaufswilligen Bootsbesitzer sein Boot abzukaufen, (das natürlich meinen Vorstellungen entsprechen sollte), oder ein geeignetes Arbeitsboot zu kaufen und nach meinen Vorstellungen umbauen zu lassen.

Über allem stand das Motto: ALL I NEED IS A TALL SHIP. (Dieses Ziel war in meiner Wohnung an der Wand aufgehängt).

Vom Entschluss bis zur ersten Reise war ein langer Weg, es dauerte mehr als zwei Jahre vom Kauf des Bootes bis zur ersten Fahrt.

Am 22. März 2001 bin ich wohl vorbereitet mit Unterlagen über das Boots-Angebot nach den Niederlanden geflogen und habe meinen Freund Dieter Hoheisel getroffen. Wir kennen uns seit mehr als fünfundzwanzig Jahren. Dieter handelt mit Booten und ist also ein idealer Partner. Wir sind zwei Tage lang in den ganzen Niederlanden von einem Hafen zum anderen gefahren und haben uns Boote angesehen.

Von der Kategorie ‚altershalber zu verkaufen’ hat kein Schiff meinen Vorstellungen entsprochen.

ohne Dieters Hilfe wäre die BACCHUS nie als mein zweites Zuhause fertig geworden.

Am zweiten Tag sind wir fündig geworden: Lute van Dijk, Schweisser und Bootsbauer in Meppel, hatte einen Kasko zu verkaufen: ein ehemaliges Bunkerboot, Baujahr 1957, an dem er selber in der Freizeit drei Jahre gearbeitet hat. Er hat die Seitenwände entfernt und neue Stahlplatten aufgeschweisst, die vier Dieseltanks im Laderaum entfernt, einen neuen Dieseltank (1'400 Liter), einen Motor (INTERNATIONAL, revidiert, 139 PS) und einen hydraulischen Bugstrahler eingebaut, sowie aus Stahl ein Steuerhaus und einen Aufbau für den Wohnraum aufgebaut.

Wir sind uns handelseinig geworden, obwohl der Stil seiner Umbauarbeiten, höflich ausgedrückt, nicht ganz meinen Vorstellungen entsprochen hat.

als Bunkerboot so hat Lute mir das Boot verkauft nach dem Sandstrahlen
 

Dann wurde es ernst: am 26. Dezember 2001 bin ich mit meinem Freund Joggi Zumbrunn nach Friesland gefahren. Am 27. Dezember haben wir alle Öffnungen des Bootes, ausser dem mittleren Fenster des Steuerhauses, mit Bauplastik verschlossen und mit Holz und Draht gesichert.

Die Überführung von Meppel nach Harlingen zusammen mit Dieter Hoheisel hat zwei Tage gedauert und gehört zu den Geschichten, die erst im Nachhinein lustig oder interessant sind.

Am ersten Tag war es extrem kalt und die Stürme waren so stark, dass auf den Strassen Lastwagen umgeweht worden sind. Wir konnten nur auf den Flüssen und Kanälen fahren, die Meere waren mit ihrem Wellengang zu gefährlich für die Überführung eines Kaskos mit offenen Fenstern und Bullaugen.

 

unterwegs nach Harlingen

bei dieser Gelegenheit haben sich Christa und Lute endgültig von ihrem Boot verabschiedet.

   

Am zweiten Tag war das Wasser spiegelglatt und die Sonne schien, bis um 14.00 Uhr, dann begann es in einem Ausmass zu schneien, dass die Sicht noch kaum fünfzig Meter betrug. Den Brückenwärter in Franeker mussten wir per Natel bitten, die Brücke zu öffnen, er konnte uns nicht sehen. Nach dem Anlegen in Harlingen hatten wir zwanzig Zentimeter Schnee auf den Gangborden und an Deck.

Rückblickend ist es für alle Beteiligten ein tolles Abenteuer.

In Harlingen ist das Boot innen gründlich gereinigt, entrostet und für den Innenausbau vorbereitet worden. Ausserdem ist im Kollisionsschott eine wasserdichte Tür als Verbindung zur Gästekajüte eingebaut worden.

Dann wurde es im August 2002 nach Sneek zum Sandstrahlen überführt.

Während des Umbaus bin ich dreizehn Mal nach Friesland gefahren. Dieter war immer auf der Baustelle vor Ort, aber es gab auch Details, die ich selber entscheiden wollte.

Ich bin immer um 04.00 in Basel abgefahren und war um die Mittagszeit in Harlingen. Mit Dieter bin ich kein einziges Mal noch am gleichen Tag ins Bett gekommen. Ich habe alle Kneipen in Harlingen kennen gelernt.

Hier hat Dieter gewohnt. Im einzigen frei stehenden Haus am Noorderhaven. Hier haben wir meistens den allerletzten Schlummertrunk zu uns genommen
 

Die Pläne für den Umbau haben wir während des Umbaus mehrere Male geändert.

...in Dieters Garten ... ... in Dieters Esszimmer... ...zusammen mit Myriam...
 

In der Scheepswerf Nieko in Franeker erfolgte ab September 2002 der Innenausbau: Seitenwände, Decke und Boden wurden mit Steinwolle isoliert. Auf den Spanten wurden Setzhölzer montiert, damit später darauf das Täfer befestigt werden konnte, der Wassertank und der Abwassertank wurden eingebaut, Platz für die Gasflaschen wurde geschaffen, ein Boden wurde gelegt, auf dem später das Parkett verlegt werden konnte, die Gas- und Wasserleitungen wurden installiert.

so hat der Wohnraum ursprünglich ausgehen hier war für sechs Wochen mein Arbeitsplatz

 

das waren die kompetenten Handwerker, von denen ich sehr viel gelernt habe

Nieko, der Besitzer der Werft Joop, Schreiner und Zimmermann Hielan, der eigentlich gelernter Uhrmacher ist

 

gute alte Freunde haben mir beim Umbau auf der Werft geholfen...

Willi Heiri Ted

 

Wände, Türen und Schränke wurden eingebaut.

Für die Dusche haben wir eine einfache, aber effiziente  Lösung gefunden. Im ganzen Boot gibt es eine absolute Stehhöhe (wenn die Gäste nicht deutlich über zwei Meter gross sind): Über der Dusche haben wir einen falschen Niedergang angebaut, der von aussen wie ein zweiter Eingang ins Boot aussieht, aber nur den Zweck hat, die Stehhöhe unter der Dusche zu gewährleisten, weil durch den Einbau der Duschwanne Höhe verloren ging.

Für den Innenausbau habe ich folgendes Material ausgewählt: Boden: Parkett aus Pitchpine, ein hartes, schweres Holz, das leicht ins orange spielt. Decke: Ahorn, ein helles, warmes Holz. Seitenwände: Hartholzplatten, weiss gestrichen. Fensterrahmen, Backskisten und Türe zum Steuerhaus: Mahagoni. Bullaugen: Messing.

Die Platte meines Esstisches ist ein abgebrochenes Seitenschwert eines kleinen Segelbootes; es hat mich zwei Flaschen Wein gekostet. Wenn ich den Tisch von der Wand weg rücke und frei stelle, haben fünf bis sechs Personen Platz.

die Küche der Wohnraum das Achterdeck

Dann war noch die Küche einzurichten. Der Platz dafür war beschränkt. Ich habe darüber nachgedacht, wie oft ich zuhause mehr als zwei Kochplatten zum Kochen benutzt habe. Dann stand mein Entschluss fest: zwei Kochstellen mit Gas und ein Backofen reichen aus, damit wird Platz gespart. Ich habe eine schöne Einrichtung gewählt, die nicht billig war, und für die Oberfläche der Kücheneinrichtung habe ich eine Terrazzoplatte giessen lassen (Herstellungszeit fünf Wochen), die auch einiges gekostet hat, aber es hat sich gelohnt.

Ende März 2003 war mein letzter Arbeitstag. Am 6. April 2003 bin ich nach Friesland gefahren, um auf meinem Boot bei den Abschlussarbeiten mitzuhelfen.

Ich habe sechs Wochen als Werftarbeiter an Bord verbracht und gute Freunde aus der Schweiz haben mich dabei unterstützt. Wir hatten eine harte, aber gute und lehrreiche Zeit mit den friesischen Zimmerleuten, Schreinern, Elektrikern, Mechanikern und Schweissern.

Wir haben Hunderte von Löchern, in denen die Schrauben des angebrachten Täfers sassen, gespachtelt, geschliffen und wieder gespachtelt und dann den ganzen Innenraum grundiert, geschliffen, gemalt, wieder geschliffen und abermals gemalt.

Auf der ganzen Aussenseite des Schiffes haben wir alle Schweissnähte geschliffen, grundiert, wieder geschliffen und die ganzen Aufbauten geschliffen und mit Waschbenzin gereinigt, damit der Maler alles mit Zweikomponentenfarbe streichen konnte.

Das ganze Holzwerk, Boden, Decke, Fensterrahmen, Türe zum Steuerhaus, Backskisten haben wir lackiert, geschliffen und wieder lackiert.

Ich konnte alle Arbeiten an Bord verfolgen und beeinflussen und mich auch von den Handwerkern (alles absolut kompetente Fachleute) beraten lassen. Das alles hat den Finish des Bootes positiv beeinflusst und ich habe alles an Bord in allen Details kennen gelernt.

die Freitagsabend-Feierabendrunde

Am 26. April 2003 war zwar noch nicht alles fertig, aber ich habe alle Handwerker und ein Dutzend Freunde aus der Schweiz zur Bootstaufe eingeladen. Meine Nichte hat als Gotte (schliesslich bin ich ihr Götti) mein Boot getauft, und wir hatten ein fröhliches, gelungenes Fest.

Auf der ganzen Werft habe ich tagsüber nie eine einzige Flasche Bier gesehen, ausser am Freitag nach fünf Uhr, wenn alle, die dort gearbeitet haben in der grossen Halle zusammen ein paar Feierabendbiere zur Brust genommen haben. Das war jedes Mal eine fröhliche Runde, die ich nicht missen möchte.

Pünktlich um neun Uhr morgens und drei Uhr nachmittags war Kaffeepause.

 

Beim Endspurt haben mich die Fachleute auf der Werft vortrefflich beraten. Viele kleine Details haben wir noch geändert und angepasst: Stauraum mit Beleuchtung hinter der Küchenkombination, Platz neben der Waschmaschine und der Dusche für Waschmittel und Toilettenartikel, Platz für den Mistkübel in den richtigen Abmessungen für holländische Mistkübelsäcke, Stauraum unter der Treppe, geeignete Innenbeleuchtung, Anschluss zum Aufladen des Natel, Einbau eines Radios, um den Wetterbericht zu hören etc.

 

Am 26. April 2006 ist die BACCHUS in Franeker getauft worden

 

 

Tauf-Urkunde MS Bacchus

 

 Auf diesem stolzen Kahn liegt lauter Segen

Poseidon steht bei Sonne oder Regen

im tiefen Wasser auf der Wacht.

Und um ein jedes Unheil flugs zu tilgen

gibt gut und neckisch in den tiefen Bilgen

auch der Klabautermann noch acht.

 Dem Eigners Wort zufolge – dem Gesetze –

kennt dieses schöne Schiff niemals Gehetze;

ganz ruhig treibts von Ort zu Ort.

 Und wenn die lieben Gäste, all die vielen,

die Rolle einer guten Mannschaft spielen,

dann wird es fröhlich hier an Bord.

 Es soll beim steten Binnerschiffer-Treiben

unter dem Kiel die Handbreit Wasser bleiben.

Das wünschen wir zum guten Start.

 Und schöne Seemannsträume auch beim Schlafen,

und gute Heimkehr in den sichern Hafen.

 Doch vorher: Manche gute Fahrt!

 

 

 Harlingen, am 26. April 2003

 

Myriam hat das Boot getauft, ich habe die Gäste begrüsst

 

Grundriss der BACCHUS

 

 

Hier ist die mechanische Ruderlageanzeige.
In den Backskisten hat es genügend Stauraum für Schwimmwesten und Zubehör.  
   
 

Alle Poller haben Berufsschiffstandard.

   
   
Diesen Klapptisch stellen wir bei schönem Wetter zum Essen aufs Achterdeck.  

Hier ist der Niedergang zum Maschinenraum.

 

 

 

 

 

Diese Sitzbank lässt sich zu einem zusätzlichen Schlafplatz umbauen. Darunter ist viel Stauraum für Holz und Briketts zum Heizen und Farben, Lacke und Pinsel.
Der Niedergang zum Wohnraum ist keine Leiter, sondern eine richtige Treppe, wie zuhause. Darunter ist der Stauraum für das Velo. In der Küche wird der Herd und Backofen mit Gas betrieben; der Kühlschrank mit Elektrizität. Es hat genügend Schränke und Schubladen für Besteck, Geschirr und Vorräte.
   
Alle Fenster im Wohnraum sind doppelverglast, lassen sich schräg stellen, oder zum Lüften ganz herausnehmen. Dieser Tisch war das Seitenschwert eines kleinen Segelschiffes. Man kann ihn in die Mitte des Raumes stellen, dann gibt es fünf bis sechs Sitzplätze.
   
Hier steht ein kleiner schöner Kachelofen aus dem Entlebuch.
   
Die Eignerkajüte hat ein grosses Doppelbett, einen Kleiderschrank mit Schiebetüren auf der ganzen Breite und Stauraum in den Schubladen.  
   
Die Dusche ist sehr geräumig. Darüber befindet sich ein falscher Niedergang, der Stehhöhe auch für grosse Gäste garantiert. Hier steht eine kleine 3-kg-Waschmaschine, die mit Landstrom betrieben wird.

Die Toilette hat einen Spülkasten, wie zuhause.

 

 

 
Über der Gästekajüte befindet sich ein Oberlicht, das Stehhöhe garantiert. Unter diesem Bett befindet sich der Abwassertank, in den alles aus der Nasszelle fliesst.
   
Hier ist die Ankerkette verstaut. Hier sind die Reserve-Gasflaschen verstaut.
   
   

 

 

Ende Mai habe zur ersten Fahrt durch Friesland abgelegt und bin nach zwei Wochen in die Werft zurückgekehrt. Ich hatte eine kleine Mängelliste, um die Kinderkrankheiten zu beseitigen. Anschliessend war ich drei Monate unterwegs und habe die niederländischen Binnenschifffahrtsstrassen und mein Boot kennen und lieben gelernt.

Fazit: ich habe meine Freunde, die mir geholfen haben noch mehr schätzen gelernt, viele nette und kompetente Fachleute kennen gelernt, wertvolle Erfahrungen gesammelt und mein Ziel erreicht:

 

 

I AM THE OWNER OF A BEAUTIFUL TALL SHIP 

 
 
    letzte Aktualisierung am 30.10.06

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