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Zweiter Törn:
Niederlande - Belgien
- Frankreich, auf dem Rhein zu Tal 1. Mai (mit Unterbrüchen)
bis 23. September 2006
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Osterwoche:
Auswintern |
1. Mai - 10. Juni: Harlingen - St-Jean-de-Losne |
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19. August: Empfang Löschboot |
Hafenfest, Teilnahme an
der Flottenparade |
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16. Juli - 25. Juli:
St-Jean-de-Losne - Kembs |
23. August - 23.
September Basel - Harlingen |
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In der
Osterwoche habe ich zusammen mit Esther die BACCHUS
ausgewintert, sie hat Ordnung an Bord gebracht (mit der Zeit
habe ich fast alles wieder gefunden, ich musste nur zwei Mal
nach Basel anrufen) und auf dem Heimweg habe ich in Nijmegen
die Prüfung für den niederländischen KLEIN VAARBEWIJS
bestanden.
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Der
Liegplatz in Dokkum. |
Die letzten
Vorbereitungen auf die Prüfung 'Klein Vaarbewijs' |
Dann ging es auf grosse Fahrt
mit insgesamt neun wechselnden Besatzungen. Wir haben zusammen 3'313 km
zurückgelegt, 121 bewegliche Brücken, 476 Schleusen und 5 Tunnels passiert. Dazu
verbrachten wir 79 Tage an Bord und benötigten insgesamt 469 Betriebsstunden.
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Die erste
Reise:
Eigentlich
wollten wir auf dem nächsten Weg von Harlingen nach
St-Jean-de-Losne und von dort auf dem Canal du Rhône au Rhin
nach Basel fahren.
Weil in Givet
eine Schleuse für länger Zeit defekt war, mussten wir einen
Umweg über die Sambre und den Canal des Ardennes fahren. |
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Die zweite
Reise:
Nach dem Fest
100 Jahre Rheinhafen Basel sind wir mit Lisbeth und Ernst
Camenzind, einem Inhaber des Rheinpatents, auf dem Rhein zu
Tal gefahren und dann gemütlich auf Umwegen durch die
Niederlande zurück nach Harlingen. |
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Esther
verabschiedet sich vom Kamelhengst |
Das Beiboot
wird an Bord genommen. |
Joop, der
Gründer von HET LOOPEND TUYG. |
Wir sind durch drei Länder und auf dem Rhein zu Tal gefahren, die
Infrastruktur ist unterschiedlich: Die Niederlande
sind in allen Belangen perfekt eingerichtet: Liegeplätze, Kartenmaterial,
Infrastruktur, Einkaufs- und Essmöglichkeiten. Die Liegplätze sind allerdings
teurer als in Belgien und Frankreich, aber die Hafenmeister verkürzen oft die
Bootslänge, weil der Preis in Euro pro Meter Bootslänge erhoben
wird, wenn man mit ihnen niederländisch spricht.
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Unser lieber,
alter RHYBLITZ heisst jetzt NOSTALGIE und fährt als
Fahrgastschiff auf dem Sneeker Meer. |
In Belgien bin
ich nur eine kurze Strecke gefahren. Es gibt schöne Wasserwege und Städte, aber
vieles ist verlottert und schmutzig.
Frankreich habe
ich in den vergangenen fünfzehn bis zwanzig Jahren kennen gelernt und bin jetzt
nach ein paar Jahren Unterbruch wieder zurückgekehrt. Viele Kanäle und Schleusen
sind heute in schlechtem Zustand. Gute, mir bekannte Restaurants existieren nicht
mehr, aber die schöne Landschaft ist geblieben.
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Adolphe Sax,
der Erfinder des Saxophons, Hayka und Peter. |
Bernard
Dugied macht die besten Boudins im ganzen Burgund, aber nur
in den kalten Monaten und am Quatorze Juillet. |
Der erste Teil der Reise führte
von Harlingen in Friesland nach St-Jean-de-Losne im Burgund und ist nicht ganz
planmässig verlaufen.
Wir sind durch die ganzen
Niederlande von Norden nach Süden an die belgische Grenze gefahren, die wir bei
Maastricht erreicht haben.
Kurz vor Dinant haben wir auf
der Meuse zu Berg erfahren, dass die Schleuse in Revin (Frankreich, nahe der belgischen Grenze) defekt ist. Das Schleusentor musste
ausgewechselt werden, was mindestens zwei Wochen sollte.
Statt untätig
zu warten, fuhren wir den Umweg
über
die Sambre, den Canal de la Sambre à l'Oise, Canal de l'Oise à l'Aisne, Canal de
l'Aisne à la Marne, Canal latéral à la Marne und den Canal de la Marne au Rhin
nach Toul.
Vor der
Schleuse in Revin haben auf beiden Seiten je etwa 60 Schiffe gewartet. Am
Dienstag, 1. Juni 2004 waren wir in Toul wieder auf der ursprünglich geplanten Route.
Der Umweg betrug 408 km, hatte 131 Schleusen, 2 Tunnels, 7 bewegliche Brücken
und dauerte 9 Tage mit insgesamt 69.1 Betriebsstunden.
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Dinant |

Canal des
Ardennes |
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Ankunft in
Dannemarie |
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Als wir auf der Talfahrt
auf der Saône die Einmündung des Canal du Rhône au Rhin passiert haben, ist
gerade Joggi Zumbrunn, der Eigner meines alten Bootes mit der alten BACCHUS aus
der Schleuse ausgefahren. Vereint sind wir dann in St-Jean-de-Losne eingefahren,
wo ich mein Schiff für ein paar Wochen liegen gelassen habe.
Auf der Fahrt von
St-Jean-de-Losne nach Kembs habe ich festgestellt, dass man in den vergangenen
Jahren die Infrastruktur auf dem Canal du Rhône au Rhin wesentlich verbessert
hat: es gibt einige neue, sehr gut eingerichtete Liegplätze.
Der
Kommentar des Schleusenwärters:
Hasch e scheen
Schiffla jetz, awer e lääre Gäldsagg. |
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Der erste
Elsässer Schleusenwärter |
Die Liegezeit in Kembs
haben wir dazu genutzt, das gesamte Holzwerk zu schleifen und neu zu lackieren.
Während dieser Zeit, auf einer Ausfahrt nach Mulhouse mit Freunden habe ich an
Bord Marie-Christine kennen gelernt.
Das war ein unheimlicher Glücksfall.
Mittlerweile wohnen wir zusammen und ich habe beschlossen, den Rest meines
Lebens zusammen mit ihr zu verbringen.
Bei meinem Abschied und
Antritt der Pension hat mir Regierungsrat Jörg Schild versprochen, dass ich bei
meiner ersten Fahrt nach Basel mit dem Löschboot der Basler Berufsfeuerwehr
empfangen werde. Zu diesem Anlass am 19. August 2004 habe ich alle meine Freunde
eingeladen, die mir auf der Werft in Franeker geholfen haben und diejenigen, die
an meinem Abschiedsfest gekocht haben.
Es war ein eindrücklicher
Empfang: das Löschboot hat uns am Dreiländereck erwartet, hat uns drei Mal
umkreist und aus allen Rohren Wasser gespritzt.
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Frage an den
Schiffsführer: "Was genau macht Ihr an der Begrüssung?"
Antwort: "Dich nass". |
Am Wochenende war das Fest
100 Jahre Rheinhafen Basel. Selbstverständlich habe ich mit der BACCHUS auch an der
Flottenparade teilgenommen.
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So kam Hayka
in Wesel über die sieben m hohe Leiter zum Landgang.
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Dann kam ein neues
Abenteuer: mit dem Schiffsführer Ernst Camenzind und seiner Frau Lisbeth bin ich
auf dem Rhein zu Tal gefahren. Ich habe auf dieser Fahrt sehr viel gelernt. Der
Rhein ist eine Autobahn. Auf dem unteren Teil hat man immer mindestens ein
Dutzend Boote im Blickfeld.
Auf Umwegen sind wir dann
auf den niederländischen Binnengewässern wieder zurück nach Harlingen gefahren
und haben die BACCHUS eingewintert.
Die Wasserstrassen, die ich
dieses Jahr befahren habe, waren sehr unterschiedlich:
In den Niederlanden war ich
beeindruckt von der Fahrt auf den malerischen schmalen Kanälen und Flüssen, wie Helomavaart,
Lind, Ossenzijl, Kalenberger Gracht, Wetering, Linge. Viel Verkehr von
Berufsschiffen und teilweise starke Strömung gab es auf den Flüssen, wie Ijssel
und Waal.
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In Belgien
sind die Gewässer und Häfen zum Teil arg verschmutzt, dafür sind die Liegplätze
wesentlich billiger als in den Niederlanden.
Der Canal
des Ardennes ist eine sehr schöne, wenig bekannte Wasserstrasse. Der Canal de l'Est ist total
verlottert. Man fährt stundenlang an Spundwänden vorbei, die an der Wasserlinie
durchgerostet sind. Lange werden sie nicht mehr halten; dann gibt es ausgiebige
Instandstellungsarbeiten.
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Die
Einfahrt zum Kölner Hafen |
Gorinchem |
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Das Rathaus
von Gouda |
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Wir haben
in vielen beeindruckenden Städten angelegt: In Nijmegen gibt es keinen
Havenmeester, nur einen Automaten für Parkingtickets; der Preis ist moderat und
der Besuch der Stadt lohnt sich.
Der Havenmeester in Gorinchem hat uns
eine Fahrt auf der Linge nach Leerdam empfohlen, eine kleine, handliche,
sehenswerte Stadt, man legt gleich neben dem Stadtzentrum an. In Leiden
hat Ernst im sehr engen Yachthafen achteraus ein Anlegemanöver gefahren, von dem
sie heute noch reden.
In Kampen hängt an gewissen Tagen eine Kuh am
Rathausturm, es gibt ein ausgezeichnetes Chinesisches Restaurant und dort steht
die Sigarenfabriek DE OLIFANT (sinds 1832).
In Lemmer habe ich das
Kühlsystem reparieren lassen und wir haben in der ausgezeichneten, sehr
schiffigen TAVEERNE am Vuurtorenweg gegessen. Lemmer ist fest in deutscher Hand.
In Franeker
hatten wir den ersten Kontakt mit dem Shantykoor HET LOOPEND TUYG (es wurde
ein langer Abend). Im Eetcafé HET DOELEN haben die Friesen die Pissoirschüsseln
aufgehängt. Wir kleinwüchsigen Schweizer müssen uns auf die Zehen stellen.
In
Dinant lagen wir unterhalb der Zitadelle und haben diese mit der Seilbahn
besucht. Sie liegt 100 m über der Maas und die Besichtigung lohnt sich.
Roermond hat einen grossen, gut organisierten Yachthafen. Der Stil der Stadt
ist schon leicht französisch. |
Es war eine
lange Reise mit vielfältigen Eindrücken.
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