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Erster Törn:
Niederlande 31. Mai 2003 - 8. August 2003
Eigentlich hatte ich eine Reise nach Berlin und auf die
Mecklenburger Seenplatte geplant.
Der Umbau der BACCHUS hat sich verzögert und damit auch
der Beginn der Reise. Ich wäre nach dem veränderten Zeitplan in der Hochsaison in Berlin angekommen, wenn alle
Mietboote und Tupperware-Boote unterwegs sind. Deshalb habe ich meine Pläne geändert und bin
ausschliesslich in den Niederlanden gefahren.
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Das war unsere
Reiseroute durch die ganzen Niederlande. |
Mit wechselnden Besatzungen - insgesamt sechs
(sie sind alle als ausgebildete Matrosen von Bord gegangen) - habe ich in
245 Betriebsstunden 1'730 km zurückgelegt, 332 bewegliche Brücken und 49
Schleusen passiert. Den Auftakt machte - wie es sich gehört - die Taufpatin der
Bacchus, Myriam zusammen mit Martin.
Die ersten Wochen sind wir im Norden
gefahren, in den Provinzen Friesland und Groningen mit einem Abstecher nach
Overijssel.
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Fietsen in
Leeuwarden |
Anschliessend ging es Richtung
Amsterdam, von dort nach Rotterdam und Noord Holland und wieder zurück Richtung
Amsterdam. Der Sixthaven ist zu eng für die BACCHUS, aber wir haben einen guten
Liegplatz in Weesp gefunden. Von dort ist man in vierzehn Minuten mit dem Zug an
der Amsterdam Centraal Station.
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Auf der
Vecht sind wir in die Nähe von Amsterdam gefahren.
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auf dem Weg
von Alkmaar nach Purmerend |
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Hier im
Schreierstoren haben die Frauen geweint, wenn die Männer auf
die See fuhren. Aber nicht alle. |
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Leiden: der
makabere Eingang zum Friedhof und der Hafen; zum Glück
haben sie nicht auf die BACCHUS geschossen |
Ich habe die niederländischen
Binnengewässer kennen und schätzen gelernt. Sie stellen höhere Ansprüche an die
Seemannschaft als die englischen und französischen Binnenschifffahrtsstrassen,
aber sie sind unerhört vielfältig und schön: malerische, enge, gewundene
Wasserstrassen, wie die Dokkumer Ee, oder die Vecht, die hektischen Grossschifffahrtsstrassen, wie
der Amsterdam-Rijn-Kanaal oder stellenweise der
Prinses Margriet-Kanaal, die Weite der Randmere, Veluwemeer, Ketelmeer.
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Die Residenz
der Regierung, den Haag, heisst auf den Landkarten
s'Gravenhage. |
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auf dem
Markermeer |
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Huis de
Beurs in Groningen

Hayka mit
Freund in Dokkum |
Wir haben sehr viele Städte besucht: In
Groningen - eine lebendige Universitätsstadt mit wundervollen Restaurants
(z.B. Huis de Beurs) und Kneipen haben wir mehrere Male mitten in der Stadt
festgemacht.
In Dokkum lagen wir immer vor einer der beiden Windmühlen, in
Leeuwarden lagen wir beim Stadtpark. Der historische Visserhaven von
Zutphen ist sehr malerisch und schön gelegen, aber die Einfahrt von der
strömungsabhängigen Ijssel mit dem Neerstrom aus dem Hafen ist heikel.
In Wijk
bij Durstede hatten wir Glück: am Sonntag haben die Silberschmiede
geschlossen und die Damen an Bord konnten beim besten Willen
kein Geld ausgeben.
Haarlem
hat sieben bewegbare Brücken, deren Durchfahrt nicht billig ist, aber die Liegplätze samt Landstrom sind
gratis. In Alkmaar steht das schönste Havenkantoor in den ganzen
Niederlanden; hier habe ich die Meisterprüfung im Rückwärtsanlegen in einer
engen Gracht bestanden.
Die Festungsstadt
Naarden haben wir
ausgiebig unter kundiger Führung besichtigt.
Leider ist
unser Stadtführer, Joshua Snel, im Sommer 2007 verstorben.
Wir denken oft an ihn zurück. Er ist mit uns von Wees nach
Naarden gefahren.
Harlingen
ist während der
Umbauzeit der BACCHUS sowieso meine zweite Heimat geworden. Den letzten
Schlummertrunk haben wir - wie immer - in der Lichtboie genommen. |
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die
Festungsstadt Naarden |
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Als erfahrener Binnenschiffer meint
man immer - nach vielen Jahren Bootserfahrung - man kennt alle
Situationen, aber es gibt trotzdem immer wieder Neue:
Vor einer bewegbaren, aber geschlossenen
Brücke - vor uns warteten ungefähr ein Dutzend Boote - hat sich die Bride des
Kupplungskabels gelöst und ich konnte nur noch vorwärts fahren: im Leerlauf fuhr
das Boot mit der Geschwindigkeit des Standgases vorwärts, im Rückwärtsgang je nach Stellung des Gashebels, aber
auch nur vorwärts.
Wir haben das Problem, ohne andere Schiffe anzufahren, gemeistert. Mein alter
Dienstkollege Willi war an Bord. Bevor er die Matura
bestanden hat, absolvierte er eine Lehre als Mechaniker. Er
hat den Schaden sehr rasch behoben.
Die zweite heikle Situation ist
eigentlich allgemein bekannt, aber ich hatte sie selber bis jetzt noch nie erlebt. Trotz sorgfältiger
Instruktion hat ein Freund die BACCHUS bei einer Talschleusung aufgehängt (der
laufende Part des Taus war unter dem stehenden). Ich hatte mein Messer schon in
der Hand, aber der Schleusenwärter war schneller.
Es ist kein Schaden
entstanden. Das Ende des Taus hängt jetzt bei meinem
Freund zuhause als Souvenir und Mahnung.
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Das
Havenkantoor in Alkmaar |
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Noord
Holland |
Ausser den Provinzen Zeeland und Limburg
habe ich die ganzen Niederlande durchfahren und beschlossen, wieder
nach den Niederlanden zurückzukehren.
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