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Saison 2007 - 3. Reise
Harlingen - Belgien - Paris - Luxembourg - Colmar
3. Reise
Harlingen - Maastricht - Belgien - Paris - Luxembourg - Saarkanal - Strasbourg - Colmar
Das war die eigentliche Ferienreise mit den Zielen: Urs Höchle soll die Möglichkeit haben, ein Orgelkonzert in der Martinikerk in Franeker zu geben, wir wollten Paris besuchen und in Luxembourg billiges Diesel tanken.
Wir sind durch die ganzen Niederlande von Norden nach Süden gefahren, vorwiegend auf der Ijssel und der Maas über Franeker, Lemmer, Deventer, Zutphen, Nijmegen, Roermond, Maastricht, ein kurzes Stück durch Belgien über Lüttich, Namur, Dinant, durch Frankreich auf den Kanälen und die Oise nach Conflans-St-Honorine, über die Seine nach Paris, über die Marne und ihre Kanäle über Meaux, Chalons-sur-Marne, Bar-le-Duc, Toul, über die Mosel, über Metz, ein kleines Stück durch Luxemburg, über den Saarkanal und den Rhein-Marne-Kanal, Lützelburg, Saverne, Strasbourg, ein kleines Stück auf dem Rhein zu Berg nach Breisach und dann in unseren Heimathafen Colmar.
Insgesamt waren dies 1'898 km, 341 Schleusen, 4 Tunnels mit eine Länge von total 8,433 km und ein Schiffshebewerk.
Nach einer langen Bahnreise sind wir mit Urs Höchle in Harlingen an Bord gegangen und noch am nächsten Tag nach Franeker gefahren.
Am Nachmittag hatten wir viel Besuch auf dem Achterdeck: Elke und Dieter Hoheisel, Rita und Kees Brok und eine Delegation von HET LOOPEND TUYG.
Wir hatten einen gemütli-chen Nachmittag
Die Orgel
Dann war das Konzert angesagt: Urs Höchle, der eigentlich Jurist ist , aber daneben ein begabter Organist, hat zusammen mit HET LOOPEND TUYG in der Martinikerk in Franeker ein Konzert gegeben.
Das war schlicht und einfach sensationell.
Urs hat folgendes Programm gespielt: Präludium und Fuge im barocken Stil, Henry Purcel: Prince of Denmark March, Mozart grüsst Franeker, Meditationen am Ufer des IJsselmeers (das ist am besten goutiert worden), Eine Schweizer Rundreise von Gästen aus Friesland, Kermess in Franeker, Fasnächtlicher Touch von Basel nach Friesland.
Zum Schluss hat er die niederländische Nationalhymne gespielt.
Wir sind als erste aufgestanden und die Niederländer sind unserem Beispiel gefolgt.
Urs an der Orgel Het Loopend Tuyg
Das nächste Ziel war Kampen. Wir haben - wie immer an der Kade angelegt, unterhalb der Brücke mit den goldenen Rädern und waren - diesmal zwei Mal - in der Wok Cuisine zum Nachtessen.
Hier liegen die Charterboote der Bruinen Vloot.
Die Brücke von Kampen bei Tag ...
... und bei Nacht
In Lemmer haben wir durch die Friese Sluis Friesland verlassen und sind auf der langweiligen Lemster Vaart durch das eingepolderte Land Richtung Zutphen gefahren.
Auf der IJssel zu Berg haben wir - auf der Höhe von Zwolle gesehen, was ein deutscher Schiffsführer eines Tankmotorschiffs anstellen kann, wenn er die Höhe der Brücken falsch einschätzt.
Er hatte mindestens einen Meter Höhe zu wenig, das Steuerhaus war abrasiert und die Wohnung demoliert. Vermutlich hat er auch sein Auto in der IJssel versenkt.
In Nijmegen ist Urs von Bord gegangen und Claude an Bord gekommen.
Venlo ist fest in deutscher Hand. Alle Deutschen kommen hier zum Einkaufen. In den Restaurants ist alles in deutscher Sprache, nicht auf Niederländisch angeschrieben.
Hier haben wir zusammen mit Claude einen Grosseinkauf getätigt.
Roermond war - wie immer - einen längeren Aufenthalt wert. Der Nautilus-Hafen ist in jeder Beziehung perfekt und die Stadt geniessen wir jedesmal.
Das ist eine ganz weise Aussage: Bier wird nicht für die Gänse gebraut.
Darum läutet bei uns an Bord um 11.00 Uhr immer die Schiffsglocke.
In Maastricht haben wir wieder unterhalb der Servatiusbrücke angelegt. Wir waren in einer wunderschönen Beiz - ähnlich, wie das Dalbestübli, bevor es verbleiletet worden ist, und hatten sehr interessante Gespräche mit einem amerikanischen Dichter, insbesondere über George W. Bush und die amerikanische "Kultur".
In Namur hatten wir Pech. Der Port des Jambes hat keinen Platz mehr für Schiffe, nur für Böötli.
Zwei Kilometer oberhalb gibt es einen geeigneten Hafen. An der Einfahrt befand sich eine kaum sichtbare Boje. Diese haben wir mit dem Tau, der Kette und dem Anker um die Schraube gewickelt.
Christian le Plongeur war effizient, sehr sympathisch und der Preis moderat
Das war die Beute des Tauchers.
Der Anker liegt jetzt auf dem Estrich als Souvenir.
Werner Schweizer ist in Namur von Bord gegangen.
Wir haben in Namur Diesel getankt. Seit dem 1. Januar 2007 gibt es auch in Belgien kein billiges rotes Diesel mehr.
In Dinant sind Brigit und Ron an Bord gekommen.
In Dinant haben wir den belgischen Nationalfeiertag mit einem mässigen Feuerwerk und saumässig lauter Disco-Musik (dem sagt man heute Jugendkultur) "genossen".
Mit diesem Hund hat sich Hayka angefreundet. Sie ist ihm sogar auf das Nachbarschiff gefolgt und an Bord gegangen, obwohl sie sich sehr ungern auf Planken bewegt.
Leider mussten uns Brigit und Ron in Sedan wegen eines Todesfalles in der Familie vorzeitig verlassen.
Sedan ist die langweiligste, ödeste und verlottertste Stadt, die wir auf der ganzen Reise gesehen haben.
Der Canal des Ardennes beginnt in Pont-à-Bar und endet in Vieux-lès-Asfeld, wo er in den Canal latéral à l'Aisne übergeht.
Er verbindet den Canal de la Meuse mit dem Canal latéral à l'Aisne.
Auf dem Canal des Ardennes hatten wir am ersten Tag etwa 30 automatisierte Schleusen zu Tal. Es hat den ganzen Tag geregnet.
Marie-Christine ist dabei so nass geworden, dass sie am nächsten die Schleusenmanöver gefahren hat, weil man dabei im Steuerhaus bleiben kann.
In Attigny sind Ari und Rainer an Bord gekommen.
Sie sind bis Chauny mitgefahren. Dort sind wir von der Hafenmeisterin Edith als alte Bekannte begrüsst worden.
In Chauny sind Marlies und Manfred für zwei Wochen an Bord gekommen.
In Compiegne haben wir an der hohen Kaimauer angelegt. Haykas Landgang fand einmal mehr im Rucksack statt.
Wir sind einen Tag auf der Oise zu Tal gefahren, haben dann aber gewendet und sind zurück in die Werft Max Guerdin et Fils, um die Pumpe des Fäkalientanks ersetzen zu lassen. Über Nacht lagen wir längsseits am Tankschiff der Firma Guerdin und konnten das WC dort benutzen.
Vom Thron aus hatte man eine prächtige Aussicht über die ganze Oise.
In Cergy befindet sich der letzte Hafen bevor die Oise bei Conflans St-Honorine in die Seine mündet.
Rings um den Hafen gibt es mindestens ein halbes Dutzend Restaurants.
Conflans St-Honorine gehört zusammen mit St-Mammès und St-Jean-de-Losne zu den grossen Zentren der Binnenschiffahrt.
In Conflans liegen Hunderte von Péniches, deren Besatzung zum Teil auf Fracht wartet, oder aber im Ruhestand auf ihren Schiffen wohnt.
Wir haben in St-Cloud, einem Vorort von Paris im Hafen van Gogh übernachtet und sind am nächsten Tag auf der Seine zu Berg ins Stadtzentrum gefahren.
Das war auch dieses Jahr, trotz des schlechten Wetters ein gewaltiges Erlebnis.
Der Hafenmeister im Arsénal hat uns als alte Bekannte begrüsst und uns einen Liegplatz längsseits der Éclaircie (siehe Link) zugewiesen. Bill und Nancy sind Amerikaner, er war Feuerwehroffizier. Sie haben den ganzen Winter in Paris an Bord verbracht.
Selbstverständlich sind wir auch wieder auf dem Canal St-Martin gefahren.
Hier gibt es jetzt neue Anwohner.
Die Behörden haben die Clochards in Zelten angesiedelt. Sie werfen alle Abfälle in den Kanal.
In dieser Guinguette haben wir die Wartezeit vor einer Schleuse verbracht. Durch die Champagne sind wir auf der Marne und dem Canal latéral à la Marne Richtung Bar-le-Duc gefahren.
In Bar-le-Duc war wieder Mannschaftswechsel angesagt: Marlies und Manfred sind von Bord gegangen und Urs Liechti kam an Bord.
Mit ihm haben wir einen Ausflug in die Haute Ville unternommen. Hier gibt es fast ausschliesslich Renaissance-Häuser.
Eines konnten wir auch von innen besichtigen: ein Antiquitäten-Geschäft, das am Sonntag geöffnet war.
Wir haben ein altes Dominospiel und Schnapsgläser gekauft.
Den Tunnel von Mauvages haben wir in schlechter Erinnerung.
Hier wird man mit einem elektrisch betriebenen Boot geschleppt. Weil die Besatzung des Schleppers zwei ungleich lange Taue festgemacht hatte, sind wir auf der ganzen Strecke von über 4 km immer der Wand entlang geschleppt worden.
In Toul ist dann Anne-Käthi noch für ein paar Tage an Bord gekommen.
Kurz vor Pont-à-Mousson haben wir die Überreste dieses römischen Aquädukts passiert.
Wir mussten unsere Reisepläne umstellen.
Jürg Schenk ist wegen eines Unfalls als Besatzungsmitglied ausgefallen. Er hätte in Metz an Bord kommen sollen.
In Metz sind Marie-Christine, Anne-Käthi und Urs von Bord gegangen.
Peter ist ein paar Tage allein an Bord geblieben.
Langweilig ist es ihm nicht geworden, es war nämlich die Zeit des Fête des Mirabelles, das eine Woche dauert.
Ausserdem hat er einen Spengler aufgetrieben, der das Rückschlagventil unterhalb der Pumpe des Fäkalientanks ersetzt hat.
Dann ist Marie-Christine nochmals an Bord gekommen und bis Saarburg mitgefahren.
Dort ist Freddy Koch bis Mittersheim eingesprungen.
Das Schifferstechen im Rahmen des Fête des Mirabelles.
Endlich konnten wir wieder die Elsässerflagge hissen. Mittersheim hat einen funkelnagelneuen Hafen und ganz in der Nähe ein ausgezeichnetes Restaurant.
Dort hatte Peter mit Freddy Koch das Abschieds-Nachtessen und am nächsten Tag mit Marie-Christine und den Gebrüdern Kissling das Begrüssungs-Nachtessen.
Der Schiffslift in Arzviller war - wie immer - ein Erlebnis.
Diese Draisinen haben beim Treideln streckenweise - aber nur für kurze Zeit - die Pferde abgelöst.
Auf dem Canal de la Marne au Rhin ging es weiter Richtung Strasbourg.
Marie-Christine hat uns in Saverne verlassen, um wieder zur Arbeit zu gehen.
Nach einem kurzen Halt bei der Légion Étrangère, um Wein zu kaufen, fuhren wir weiter auf dem Rhinaukanal Richtung Rhein.
Auf dem Rhinaukanal: kurz nach Strasbourg... ... und in Boofzheim
Auf dem kurzen Stück auf dem Rhein zu Berg von Rhinau nach Breisach haben wir diese Gedenkstätte passiert.
Hier ist offensichtlich ein Wasserskifahrer zu Tode gekommen.
Im Kaiserstühler Hof waren wir wieder zusammen mit Marie-Christine zum Nachtessen.
Am nächsten Tag fuhren wir dann auf dem Canal de Colmar zurück in unseren Heimathafen.
Auf dieser Reise hatten wir 378 Schleusen, 20 bewegliche Brücken, 6 Tunnels und 1 Schiffshebewerk passiert und sind in 328.7 Betriebsstunden 2007 km gefahren.
Wir haben die Saison 2007 würdig mit einer Heissluftballonfahrt abgeschlossen.
Die Vorbereitungen. Nach dem Start.
Hoch über dem Markgräflerland und dem Kaiserstuhl. Die Taufe.
letzte Aktualisierung am 05.11.2007 copyright by Peter Rudolf von Rohr